Der Verkehrshilfsdienst und die Pannenhilfsflotte des Automobilclubs von Deutschland (AvD) bereiten sich auf ein einsatzreiches Wochenende vor. Nach den Vorhersagen der Meteorologen schlägt morgen das Wetter um: Schnee, Graupelschauer und Sturmböen werden erwartet und somit könnten die Straßen zu Rutschbahnen und gefährlichen Fallen werden. Mit dem Wintereinbruch steigt das Unfallrisiko – deshalb appelliert der AvD an die Autofahrer, besonders vorsichtig und nur mit entsprechender Winterausrüstung zu fahren.
Reifen & Versicherung:
Der AvD weist nochmals darauf hin, dass es in Deutschland zwar keine Winterreifenpflicht gibt, die Straßenverkehrsordnung jedoch eine witterungsangepasste Ausrüstung vorschreibt (§2, Abs. 3a). Wer auf glatten, schneebedeckten Straßen ohne Winterreifen unterwegs ist, gefährdet nicht nur sich selbst und andere – sondern es droht auch ein Verwarnungsgeld von mindestens 20 Euro. Falls man mit Sommerreifen den Verkehr behindert oder einen Unfall verursacht, werden 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. Dr. Christoph Lauterwasser vom Allianz Zentrum für Technik empfiehlt zur eigenen und zur Sicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer in der kalten Jahreszeit grundsätzlich Reifen mit dem Kürzel „M+S“ (Matsch und Schnee) bzw. dem Schneeflockensymbol zu verwenden. Ganzjahresreifen tragen ebenfalls die „M+S“-Bezeichnung und können in schneearmen Gegenden alternativ zu Winterreifen eingesetzt werden. Die Profiltiefe sollte mindestens vier Millimeter betragen um ausreichende Bodenhaftung zu gewährleisten.
Passiert bei Glatteis oder schneebedeckter Fahrbahn dennoch ein Unfall, so springt für den Schaden am eigenen Fahrzeug die Vollkaskoversicherung ein. Schäden an fremden Autos zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung. Für Sturmschäden ab Windstärke acht – das entspricht Windgeschwindigkeiten ab 62 Stundenkilometern – kommt die Kfz-Teilkaskoversicherung abzüglich eines eventuell vereinbarten Selbstbehalts auf. Der Schadenfreiheitsrabatt der Vollkaskoversicherung wird bei Sturmschäden nicht belastet.
Vorbereitung & Ausrüstung:
Der AvD rät Autofahrern, die morgen oder am Wochenende unterwegs sein müssen, vor Fahrtantritt einige Vorbereitungen zu treffen. Der Verkehr könnte sich wegen des erwarteten Schneechaos – insbesondere auf den Autobahnen – kilometerlang stauen. Um längere Wartezeiten bei abgestelltem Motor und Heizung problemlos zu überstehen, sollte folgendes an Bord sein:
eine Wolldecke, warme Schuhe und eine Taschenlampe
eine Thermoskanne mit heißem Tee
Eiskratzer, Handfeger und Handschuhe
Sandsack und Schaufel, um das Anfahren bei Glätte zu erleichtern
Wichtig in der kalten Jahreszeit ist auch, den Tank nie ganz leer zu fahren und am besten schon bei “halbvoll” den nächsten Zapfhahn ansteuern. Grundsätzlich gilt nun auch, großzügiger zu planen. Nicht unter Zeitdruck, stressfrei und entspannt am Steuer zu sitzen, ist bei widrigen Straßenverhältnissen besonders empfehlenswert.
Wer in Österreich mit seinem Auto unterwegs ist, sollte beachten das in Österreich die Winterreifenpflicht sehr ernstgenommen wird. Bei nichtbeachtung oder einer Verkehrsgefährdungen drogen Strafen bis zu 5.000 Euro.